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Musiker Magazin 02/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Katrin Medde & Band Marteria – "Zum Glück in die Zukunft II" Charlie Chaplin – Das Künstlergenie – Interview mit dem Buchautor Norbert Aping Plain Folly – Einzigartiger Alternative Pop-Rock mit Elementen aus Progressive Rock, Art Pop, Trip Hop und Elektro Session Pro – Professionelle Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik und Installation Birgit Bachstein – Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album "Ich klopfe an" Danny June Smith – Die bunte Musikwelt des blonden Wirbelwindes Weltweiter Eigenvertrieb für Musiker Fuck the Facts – give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter Was sind deine Facebook-Fans wert?! Der Urheberbeweis

32 STORIES arbeitete mit

32 STORIES arbeitete mit der Gro teske, da Humor, Witz und Satire eine ge fähr liche Waffe sind. Nicht umsonst sagt man, dass Lachen tötet. Die Kari kierten werden in grotesker Weise demaskiert, und das versagt ihnen die Anerken nung, die ja schließlich die Grund lage jeder Macht ist. Und in humanitärer Hinsicht war Chaplins ganz einfach. Als ein Nazi ihm in den USA nach der Premiere des Films vorhielt, er habe ja Partei für die Juden er - greifen müssen, weil er selber ein Jude sei (der er nie war), sagte er, dafür müsse man kein Jude sein, sondern einfach nur ein anständiger Mensch. Deutlicher kann man Chaplins universellen huma - ni tären Ansatz nicht ausdrücken. »Chaplins „The Tramp“ ist sein sechster Film für Essanay (11. April 1915), insgesamt aber sein 42.« MM: Im Dezember 1947 veröffentlichte der Filmstar in der englischen Sonntagszeitung „Reynolds’ News“ den Artikel „Ich erkläre Hollywood und seinen Bewohnern den Krieg“. Obwohl Charlie Chaplin seinen größten Erfolg in den USA errang, behielt er seine britische Staatsangehörigkeit. Er selbst sah sich als Weltbürger. Charlie Chaplin war liberal, kritisch und Pazifist und passte damit nicht in das gängige Bild, das die Regierung von einem Filmstar erwartete. Liegt vielleicht hierin einer der Urgründe, weshalb der ame - rikanische Staatsapparat und hier der Ge - heimdienst unter Leitung von Edgar Hoover ihn unamerikanischer Umtriebe verdächtigte? (McCarthy Ära) NORBERT: Ein nonkonformistischer Mensch, der sich in keine Schablone pressen lässt und sich herausnimmt, eine eigene Meinung zu haben, die anderen überhaupt nicht passen muss, ist für Machtapparate immer ein Problem, ganz besonders aber in Zeiten, in der Engstirnigkeit regiert. Das war in den USA in Bezug auf Chaplin schon vor der Premiere von „The Great Dictator“ der Fall, als sich Chaplin vor einem Ausschuss rechtfertigen sollte, der aber niemals zusammentrat. Man hatte ihm vorgeworfen, mit dem Film die USA in den Krieg treiben zu wollen. Man warf Chaplin auch vor, Kommunist zu sein, aber auch der war er nicht. Über Jahrzehnte wurde Chaplin vom FBI observiert, mit viel Aufwand, aber dürftigsten Ergebnissen. Während es Zweiten Weltkrieges trat er für eine zweite Front in Europa zugunsten der Sowjetunion ein, aber nicht, weil er Stalins Re gime unterstützte, sondern als Friedenshetzer das Leid von Menschen verringern wollte. Chaplins Parteinahme ist also etwas anderes, als einer politischen Partei beizutreten, was man in den USA wohl geradezu verlangte. Als Partei - gänger aber war Chaplin natürlich ungeeignet. Übrigens hielt ihn auch die Schweizer Bundes - polizei nach seiner Übersiedlung in die Schweiz DR. NORBERT APING Geboren 1952, Buchautor und Leiter des Amtsgerichts in Buxtehude. als politisch suspekte Person unter Beobach tung. Nonkonformisten scheinen international eine Art politische Bedrohung zu sein. MM: Zum Abschluss: Kurz nach Chaplins Tod in der Nacht vom 1. auf den 2. März 1978 wurde seine Leiche vom Friedhof in der Schweiz gestohlen. Die Täter wollten von den Hinterbliebenen 600.000 Schweizer Franken erpressen. Der Plan scheiterte, sie wurden gefasst und Chaplins sterbliche Überreste wurden erneut beerdigt. Es war surreal, hatte aber auch komische Seiten, berichtete seine Tochter Geraldine: „Zur Geldübergabe sind wir mit dem Rolls Royce meiner Mutter ge - fahren. Im Fußraum war ein Polizist versteckt, so ein 007-Typ mit Waffe. Er neigte zur Reisekrankheit und hat sich mitten im Einsatz übergeben. Ein Postbeamter hatte den Funkverkehr mitgehört. Er war in der Mittagspause und dachte: Action, Überfall. Mit dem Postlaster hatte er sich an uns dran - gehängt. Um uns herum waren überall Zivil - polizisten, die den Briefträger sofort aus dem Auto geholt haben. Besorgte Schweizer Bür - LIBERTY – SHTUNK! Die Freiheit wird abgeschafft Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten ISBN 978-3-89472-721-5 WWW.SCHUEREN-VERLAG.DE ger haben das dann für einen Postraub ge - halten, die Nummern der Zivilstreifen notiert und die örtliche Polizei auf ihre eigenen Kol - legen gescheucht.“ Meine Frage an dich: Führte hier Charlie Chaplin aus dem Jenseits noch einmal eine letzte Regie? Wie ist eine der artige Skurrilität zum Abschluss seines Lebens anders zu erklären? NORBERT: Man könnte es fast meinen. Die Ge - schichte hätte man sich wohl kaum besser ausdenken können, sie ist wirklich grotesk – und damit passt sie natürlich auch zu einem so ungewöhnlichen Lebenslauf wie dem von Chaplin. Und vielleicht setzt ja die zweite Beerdigung noch eins drauf: Denn nun wurde Chaplin sicherheitshalber einbetoniert! Aber Spaß beiseite: Auch als be - rühmter Leichnam besaß Chaplin für die wenig ge - schickten Leichenräuber eine solche Attrak ti vität, dass sie meinten, viel Geld herausholen zu können. In puncto Aufmerksamkeit hatten sie jeden - falls richtig gelegen. INTERVIEW: OLE SEELENMEYER FOTOQUELLE: NORBERT APING CHARLIE CHAPLIN IN DEUTSCHLAND 1915-1924: Der Tramp kommt ins Kino ISBN 978-3-89472-880-9 WWW.SCHUEREN-VERLAG.DE musiker MAGAZIN 2/2014

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