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Musiker Magazin 02/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Katrin Medde & Band Marteria – "Zum Glück in die Zukunft II" Charlie Chaplin – Das Künstlergenie – Interview mit dem Buchautor Norbert Aping Plain Folly – Einzigartiger Alternative Pop-Rock mit Elementen aus Progressive Rock, Art Pop, Trip Hop und Elektro Session Pro – Professionelle Dienstleistungen im Bereich Veranstaltungstechnik und Installation Birgit Bachstein – Erst mit 50 Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album "Ich klopfe an" Danny June Smith – Die bunte Musikwelt des blonden Wirbelwindes Weltweiter Eigenvertrieb für Musiker Fuck the Facts – give us ideas – Ideen für Selbstvermarkter Was sind deine Facebook-Fans wert?! Der Urheberbeweis

30 STORIES Selbst in

30 STORIES Selbst in Deutschland, das mit dem Import von Chaplin-Filmen bis ins Jahr 1912 hinterherhinkte, war Chaplin einer der beliebtesten Filmkünstler, als „The Kid“ Ende 1923 seine deutsche Premiere hatte. „The Kid“ aber war Chaplins erster abendfüllender Spielfilm, der enormen welt weiten Erfolg hatte und seine Bedeutung als in ternationaler Film künstler nicht nur förderte, sondern in neue Höhen katapultierte. Der Grund dafür ist nach meiner Meinung, dass Chaplin in diesem Film die einzigartige Synthese von Groteske, an rührendem Pathos und Verständnis für Außen seiter gelungen ist. Es ist nichts aufgesetzt, es geht um so einfache und doch so unendlich schwierige Lebens situationen, die man überall auf der Welt versteht, und vor allem: Chaplin trans portiert wahr haftige Gefühle über die Leinwand, die die Zuschauer ganz einfach erfassen. Des wegen funktioniert der Film auch heute noch in unseren modernen Zeiten. MM: Im September 1921 brach Charlie Chaplin zu einer Europareise auf, die ihn erstmals seit neun Jahren wieder in seine Heimat führte (England). Chaplin wurde von der Begeisterung für seine Person von einem Massenandrang von Tausenden, besser Zehntausenden Menschen überwältigt. Erin - nert dies schon an spätere Massenmanien der Popkultur (z.B. Beatles)? NORBERT: Ich glaube schon, dass es um dieses Phänomen geht. Vergleiche ich Chaplins kurzen Berlin-Besuch im März 1931 mit der Beatles- Blitz-Tournee durch Deutschland 1966: Die Men - schen konnten es gar nicht erwarten, dass die Künstler kamen. Die Massenaufläufe hängen aber auch damit zusammen, dass nicht irgendwelche abgehobenen Berühmtheiten kamen, sondern Künstler, die für die Menschen enorme Be deu - tung hatten: Hier Chaplins universelles Verstän dnis für den Underdog und sein Eintreten für ihn ge - paart mit Groteske, da befreiende musikalische Revolution voller Innovation, die einem auch noch durch den ganzen Körper fährt. MM: 1919 gründete Charlie Chaplin seine eigene Firma zusammen mit dem Schau - spieler Douglas Fairbanks und Mary Pickford sowie dem Regisseur D. W. Griffith. Chaplin war nicht nur eines der Gründungsmitglieder dieser neuen Filmfirma, sondern auch einer der vier Teilhaber. Diese heute weltbekannte Firma veröffentlichte ab Anfang der 20er- Jahre sämtliche Chaplin-Filme und kümmerte sich auch um den Vertrieb (Filmverlag) der Filme. Liegt auch hierin ein Geheimnis des großen kommerziellen Erfolges des Künst lers und Schauspielers Charlie Chaplin? NORBERT: Die United Artists waren auch Aus - druck des Strebens nach Unabhängigkeit. Andere Produktionsfirmen sollten den Künstlern keine Bedingungen in künstlerischer und wirtschaftlicher Hinsicht diktieren können. Deswegen zum Beispiel versuchten die Famous Players (später: Paramount) zu verhindern und kauften einen anderen potenziellen Mitgründer sogar aus. Nach dem Auslaufen seines Vertrages mit der First National wurde Chaplin freier Produzent, wonach er immer gestrebt hatte. Von daher war die Gründung der United Artists für Chaplin ein logischer Schritt. Sein Verhältnis zu der Firma war aber immer wieder Spannungen unterworfen, sodass sich wenig idealisieren lässt. Aber Chaplin vertrieb danach fast alle seine Filme als freier Produzent über die Verleihorganisation United Artists und handelte mit ihr seine Konditionen aus. MM: Charlie Chaplin hatte schon immer eine große Begeisterung für junge Mädchen. Zwei mal heiratete er schon im mittleren Alter eine Sechzehnjährige und mit 54 eine Achtzehnjährige. Diese Frauen gebaren ihm musiker MAGAZIN 2/2014

STORIES 31 viele Kin der. Die konservativen Gesell schaften haben ihm das immer übel genommen. Liegt hierin möglicherweise auch einer der Gründe seiner außergewöhnlichen Kreativität, da er sich laufend neu in junge Frauen/Mädchen verliebte? NORBERT: Das lässt sich wohl nur vermuten, ich kann es mir aber gut vorstellen. Aber es fällt schon auf, dass der sexuell aktive Chaplin von Lieb - schaften, Affären, Ehen und Kindern sehr bestimmt war. Seine Liaison mit Edna Purviance, die ab den Mutual-Filmen seine wichtigste Hauptdar stellerin war, wird kaum ohne Einfluss geblieben sein, und sie war übrigens nicht so jung wie Chaplins vier Ehefrauen zur Zeit der Heiraten. „The Kid“ hatte Chaplin während seiner kurzen Ehe mit Mildred Harris gedreht (und musste den Film auf der Flucht vor ihr während des Scheidungsprozesses in Hotels schneiden), Ehefrau Lita Grey spielte bereits (vor der Ehe) in „The Kid“ mit und sollte die Hauptdarstellerin in „The Gold Rush“ sein (was sie wegen ihrer Schwangerschaft nicht wurde), der während der Ehe gedreht wurde. Und als während der Arbeiten für „The Circus“ sein Scheidungs krieg mit ihr tobte, konnte er geraume Zeit überhaupt nicht arbeiten. Paulette Goddards offenes Wesen hat eine große Bedeutung in „Modern Times“ und in „The Great Dictator“, wo die beiden allerdings schon kurz vor ihrer Scheidung standen. Oona O’Neill hat Chaplin in besonders schweren Zeiten und als Mutter der gemeinsamen acht Kinder bestimmt sehr viel Stabilität gegeben, die ihn politische Anfeindungen überstehen und weiterarbeiten ließ. MM: Einer der größten Filme seitens Chaplin 1940 wurde im Rah - men einer Premiere vorgestellt: Es handelte sich um Chaplins ersten Tonfilm „Der Große Diktator“. Chaplins satirische Parodie auf den Faschismus richtete sich symbolisch auch gegen die US-Staats - macht und den Militarismus allgemein. Diesen Anti-Hitler-Film wollte die US-amerikanische Zensurbehörde zuerst nicht genehmigen. Dieser geniale Film war für Chaplin weltweit wirtschaftlich besonders erfolgreich. Es handelt sich hier um einen politischen Film, der wieder einmal zeigt, wie sehr sich Charlie Chaplin auch in politischen Fragen als Künstler einmischte und kritisierte. Wie schätzt du dieses politische Engagement Charlie Chaplins ein? NORBERT: Die politische Wirkung des Films war enorm, nicht umsonst versuchten deutsche Nationalsozialisten und italienische Faschisten, ihn zu bekämpfen. Chaplins Antrieb war aber kein Parteiprogramm, das er ihnen entgegenstellte, sondern die ungeheuerliche Un gerechtigkeit, die in beiden totalitären Staaten – besonders aber in Deutschland – Juden, Anders - denken den und Andersseienden staatlich sanktioniert widerfuhr. Chaplin 8 VICTOR SMOLSKI FREIHEIT AUF DER BÜHNE GLXD16 DIGITALES BETA GITARRENFUNKSYSTEM “Endlich kann ich mich voll auf die Show konzentrieren, ohne Angst zu haben, dass mein Gitarrensignal unterbrochen wird. Funksysteme verleihen viel Freiheit auf der Bühne, haben aber in der Vergangenheit oft auch viel Stress verursacht. Bei einer Triobesetzung wie RAGE ist es für mich als Gitarrist sehr wichtig sich 100% auf seine Anlage verlassen zu können. Erst mit GLXD16 habe ich keinen Unterschied zu Kabeln bemerkt: keine Störungen beim Signal, kein Dynamikverlust beim Sound – RAGE ON.” www.shure.de © 2014 Shure Europe GmbH

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