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Musiker Magazin 01/2015

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CLUESO: "Stadtrandlichter" – Ein Bauchalbum, keine Kopfplatte

46 MUSIKBUSINESS MUSIKER

46 MUSIKBUSINESS MUSIKER SEIN IST EIN BERUF Dir fehlt die Ausbildung Wer hat schon einmal etwas Ähnliches er - lebt? Eine befreundete Band veröffentlichte vor kurzem ihr neues Album, aber die Ver käufe hielten sich leider in Grenzen. Von 1 000 CDs be - kamen sie nicht einmal bei ihrer Release-Party 50 Stück los – und das, obwohl sie alles professionell aufgenommen hatten. Online kaufte auch nach mehreren Wochen niemand! In einem Ge spräch mit dem kreativen Kopf der Band wurde ich gefragt, ob es vielleicht ein Fehler war, so viel Geld in ein so langes Album (anstatt beispielsweise in eine 5-Track-EP mit den besten Songs) zu investieren, und ob es nicht besser ge wesen wäre, vielleicht lieber ein Musikvideo zu drehen, um damit Werbung für das Album zu machen. Offensichtlich verlief der Release etwas planlos und hat mir eine traurige Wahrheit vor Augen ge führt: Musiker haben das Pech, dass sie fast niemals wissen, ob es das Richtige ist, was sie tun. Woher auch? In fast jedem Job bekommt man eine ordentliche, langjährige Ausbildung, seien es Lehrer, Ärzte, Informatiker, Manager, usw. Selbst Athleten haben einen Trainer, der sie zu Höch stleis tungen anspornt und sie für Wett - kämpfe vorbereitet. Klar, als Musiker haben wir vielleicht Vocal- Coaches, einen Gitarrenlehrer oder eventuell auch einen Booker. Aber niemand sagt einem Musiker, was man braucht und tun muss, um erfolgreich im Job „Musiker” zu sein. Vielleicht imitieren des- halb die meisten Bands ihre musikalischen Vor - bilder und schreiben Radiostationen, Labels, Ma nager, Festivalveranstalter an, weil sie in Wirk - lich keit nicht wissen, was sie sonst tun sollen? Klar, es kann nicht schaden, sich an bekannten Bands ein Beispiel zu nehmen. Menschen vergessen aber gerne eine Sache: Wenn wir das be trachten, was unsere Lieblingsbands tun, dann sehen wir einzig und allein das Ergebnis und nicht die eigentliche Entwicklungsarbeit, die zuvor stattgefunden und zu diesem Ergebnis ge - führt hat. Wir sehen: Die Band hat ein tolles Label, also brauchen wir auch eins. Die Band spielt auf einem großen Festival, also müssen wir auch auf Festivals spielen. Die Band veröffentlicht mit ihrem musiker MAGAZIN 1/2015

»Wenn wir das be trachten, was unsere Lieblingsbands tun, dann sehen wir einzig und allein das Ergebnis und nicht die eigentliche Entwicklungsarbeit.« Album ein Musikvideo zu ihrer neuen Single, also müssen wir als Band und Musiker auch ein Musik - video drehen. Über die Zeit vor ihrem kommerziellen Erfolg wissen wir nicht besonders viel, und deshalb vergessen oder ignorieren wir die grundlegendsten Ent wicklungsstufen, die ein Künstler vorher durch - laufen haben muss. Jede Band, die wir lieben, hat folgende vier Entwicklungsstufen bereits durchlaufen: Kreiere eine Marke. Wer bist du? Wofür stehst du? Gibt es einen Markt für das, was du zu bieten hast? Vor welchem Künstler würdest du als Vorband spielen? Identifiziere deinen Markt. Erschaffe dir einen Avatar! Das sind fiktive Personen, die deine Zielgruppe definieren. Avatare können Men - schen in deinem Bekanntenkreis sehr ähnlich sein. Je genauer du diesen Avatar mit eigenen Worten umschreibst, desto besser. Damit klärst du ein für alle Mal grundlegende Fragen: ■ ■ Wer gehört zu deiner Zielgruppe? Wer gehört nicht zu deiner Zielgruppe? Baue eine Beziehung zu deiner Zielgruppe auf. Vermehre die Anzahl deiner Fans und intensiviere deine Beziehung zu ihnen. Und zwar auf täglicher Basis. Du brauchst eine dreigliedrig gestaffelte Liste an Fans. Zu der ersten Liste gehören diejenigen, die zufällig auf deine Facebook-/Soundcloud-/YouTube- Seite gekommen sind und dort ihren Like ab gegeben haben. Der Content, den du dort veröffentlichst, sollte darauf abzielen, deine First-Level-Fans auf die nächste Fanebene zu katapultieren. Das sind die Fans, die in deiner E-Mail-Liste, beziehungsweise deinem Newsletter, sind. Sie bekommen die Behind-the-Scenes-Infos, die Vorteile & Ver - gü tungen wie kostenlose Songs, die du ihnen als treue Second-Level-Fans bietest. Wenn sie deine E-Mail-Kampagne durchlaufen MUSIKBUSINESS 47 haben, sollten sie absolute Super-Fans von deiner Band bzw. deiner Musik sein und bereit sein, den letzten Schritt zu gehen. Verkaufe! Ganz richtig. Zeige deinen Super - fans, dass deine Kunst etwas wert ist. Wenn du es richtig gemacht hast, dann werden sich deine Fans freuen, in deine Musik zu investieren. Du musst außerdem beweisen, dass deine Musik sich verkauft. Sonst wird sich kein großer Fisch in diesem Business für dich in - te ressieren. Sei dir sicher, dass alle deine musikalischen Vorbilder schon Tausende CDs verkauft haben, bevor eine Plattenfirma auf sie aufmerksam wurde. Und sei dir auch darüber im Klaren, dass das heute, wo der Markt mit Musik geflutet ist, noch 100-mal mehr zählt. Leider überspringen die meisten Bands, die ich kenne, Schritt 2 und 3. Sie nehmen ein Album auf, das ihr musikalisches Genre widerspiegelt, und versuchen verzweifelt, es zu ver kaufen, ohne sich über ihren Markt oder den Auf bau einer starken Fanbase Gedanken zu machen. Ich hoffe, dass ich diesen Bands mit diesem Artikel helfen konnte. TEXT: MARK WINTERBERG FOTO: © OLLY/FOTOLIA.COM Inspired by the Legend. HD8 DJ HD7 DJ HD6 MIX Made for driving the crowd Wenn deine Tracks wirklich berühren und bewegen sollen, musst du sie hören und fühlen können – und zwar ganz präzise. Um zu spüren, welche Emotionen dein Mix www.sennheiser.de auslöst, ihn aufzubauen und zu perfektionieren. Um ihn in jene unwiderstehliche Form zu bringen, an der man die Arbeit der echten Profis erkennt. Die professionellen DJ-Kopfhörer von Sennheiser sind genau dafür gemacht. Sie liefern Spitzenleistung, damit du Spitzenleistung liefern kannst: Sound. Qualität. Gefühl.

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