Aufrufe
vor 4 Jahren

Musiker Magazin 01/2014

  • Text
  • Musiker
  • Bester
  • Gema
  • Musik
  • Bestes
  • Magazin
  • Deutschen
  • Album
  • Deutsche
  • Deutscher
  • Judith
  • Holofernes
  • Tokunbo
Deutscher Rock & Pop Preis 2013 – Rückblick Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Tokunbo – Queen of Folk Noir Heinz Rudolf Kunze – „Stein vom Herzen“ Wattenläufer – Rockin’ all över de Dörp Judith Holofernes – Helden-Frontfrau schwingt „Ein leichtes Schwert“ Barbara Zanetti – ihre Lieder erzählen von tiefen Gefühlen und beschwinglichen Erlebnissen Christin Kieu – Deutsche Songpreisträgerin 2013 Mike Sprunkel Band – Vier Männer und ein Groove, der die Erde beben lässt Archiv der Klänge – Das Deutsche Musikarchiv GEMA-Petition – Beschlussergebnis Deutscher Bundestag Aspekte des „Samplings“ – Eine Frage des Sounds? Coverversionen

48 MUSIKBUSINESS ASPEKTE

48 MUSIKBUSINESS ASPEKTE DES „SAMPLINGS“ Eine Frage des Sounds? Mash-ups (auch Bootlegging, Bastard Pop oder Collage genannt) erfreuen sich seit Jahren steigender Beliebtheit. Waren es zu Beginn der 1990er-Jahre meist nur zwei unterschiedliche Popsongs, deren Gesangs- und Instrumenten - spuren in Remixform ineinander gemischt wurden, existieren heute Multi-Mash-ups mit mehreren Dutzend gemixten und gesampelten Songs, Interpreten, Videosequenzen und Effekten. Eine Herausforderung stellt die Kombination unterschiedlichster Stile dar, diese zu neuen tanzbaren Titeln aus den Charts zu mischen. Das Mash-up- Projekt „Pop Danthology“ z. B. enthält in einem knapp sechs minütigen aktuellen Musikclip 68 ver - schiedene Interpreten, u. a. Bruno Mars, Britney Spears, Rhianna und Lady Gaga. Die Verwen - dung und das Sampeln fremder Musik- und Video titel kann eine Urheberrechtsverletzung darstellen. Die Komponisten des Titels „Nur mir“ mit Sängerin Sabrina Setlur unterlagen in einem Rechtsstreit, der bis zum BGH führte. Sie haben im Zuge eines Tonträger-Samplings, so der BGH, in das Tonträgerherstellerrecht der Kläger (Musik- gruppe Kraftwerk) eingegriffen, indem sie im Wege des „Samplings“ zwei Takte einer Rhyth- mussequenz des Titels „Metall auf Metall“ entnommen und diese im eigenen Stück unterlegt haben. Der rasante technische Fortschritt macht es mittlerweile möglich, immer einfacher, schneller und besser Musik-, Film- und Bildaufnahmen zu bearbeiten und zu verändern. Computer mit Be - ar beitungssoftware haben Keyboards, Synthe sizer und analoge Mehrspurtechnik abgelöst. Die Me - tho den des Samplings unterscheiden sich von der klassischen Raubkopie dahingehend, dass mit der Sampleübernahme eine weitreichende Um gestaltung und Bearbeitung erfolgt. Die Raubkopie zeichnet sich durch eine unveränderte Übernahme des Originals aus. Betroffen von den Auswirkungen eines nicht rechtmäßig durchgeführten Samplings sind Urheber- und Leistungsschutzrechte ausübender Künstler sowie Leistungsschutzrechte von Ton - trägerherstellern. Unter Umständen sind auch Ver - stöße gegen das allgemeine Persönlichkeits- und Wett be werbs recht Gegenstand von streitigen Aus ein ander setzungen. Was genau ist Sampling und wie kann die Übernahme eines Samplings festgestellt und nachgewiesen werden? Das Wort „Sample“ bedeutet Probe in Anleh - nung an das so bezeichnete Gerät „Sampler“. Mittels Einspielung von Tonträgeraufzeichnungen oder Mikrofonaufnahmen werden dem Sampler Klanginformationen zugeführt. Aus den eingespielten Schwingungskurven werden Proben ent - nommen und abgespeichert. Die entnommenen Samples können beliebig verändert (Tonhöhen transponieren, Tempo- und Klangveränderungen etc.), kopiert oder vermischt werden (Häuser 2002). Aus den Sample-Quellen können Stimmen, Instrumente, Rhythmen und Melodieteile entnommen (herausgesampelt) und in eine neue Produktion hineingesetzt werden. Zweck des Sampelns ist die einfache und kostengünstige Möglich keit, gewünschte Klänge (Sounds), Instrumentierungen oder Stimmen zu übernehmen, ohne selbst in Studioproduktionskosten, Pro duktions-, Zeit- und Arbeitsaufwand zu inves - musiker MAGAZIN 1/2014

MUSIKBUSINESS 49 tieren. Des Weiteren können Klangcharakteristika von Interpreten (ohne ihr Wissen) imitiert und nachempfunden werden. Der Samplinganwender verwendet nicht nur Noten, sondern bedient sich eines Klanges aus einer bestimmten Produktion. Zur Ausge stal - tung einzelner Klänge und Klangfarben können diese einerseits im Tonstudio und andererseits direkt am digitalen Aufnahmecomputer entstehen (Häuser 2002). „Klang“, „Klangfarbe“ und „Sound“ werden in der Literatur weitgehend synonym verwendet. Einschränkend ist aus physikalischer Sichtweise die Klangfarbe nur einer von mehreren Be - stand teilen des Klanges (Jörger 1992:85). »Klänge und Melodien können aus bestehenden Musikproduktionen bzw. Aufnahmen allgemein übernommen werden. Demgegenüber existieren Sounddatenbanken, die im Internet heruntergeladen werden können, ferner physische Datenträger (Soundbibliotheken).« Neben kürzeren „Klangfetzen“ werden kleinere Melodieteile („licks“) bis hin zu kürzeren Sequenzen gesampelt. Ein konkreter gesampelter Musikausschnitt enthält dementsprechend auch den damit hervorgebrachten Sound (Klang) (Wessling 1995:75). Stehen dem Anwender neben einem bestimmten Sound genügend solcher Samples zur Ver fü - gung, kann er diese „mosaikartig“ zu einem „neuen“ Werk zusammensetzen. Eine sehr verbreitete Form des Samplings ist das Übernehmen von fremden Kompositionen aus konkreten Tonaufnahmen in neue Musik - produktionen. Oft werden bei der Übernahme von Einzeltönen oder Tonfolgen im Samplingverfahren Tonhöhen und Charakteristika mehr oder weniger verändert. Besonders im Zusammenführen verschiedener Werkteile unterschiedlichster Quellen muss hierbei gleichzeitig von einer Bearbeitung gesprochen werden. TYPISCHE ERSCHEINUNGSFORMEN DES SAMPLINGS Nach ihrer Verwendungsart kann die Samplingtechnik in Einzel ton - sampling und Tonfolgensampling unterteilt werden. Das Einzelton sam pling wiederum unterscheidet zwischen dem eigentlichen Einzeltonsampling und einer Variante, dem sog. Multisampling, und gehört zu den wirtschaftlich bedeutsamen und technisch schwer nachweisbaren Sam pling - formen. Umgangssprachlich wird von „Soundsampling“ gesprochen. Von einem Sampling betroffen sind jeweils immer Urheber, ausübender Künstler und, bei indirektem Sampling, auch die Tonträgerhersteller. Wird ein digitales Sample eingesetzt, kommt es zwangsläufig immer zu einer Vervielfältigung von Werken oder Werkteilen. 8

Archiv

Musiker Magazin 4/2018 | 1/2019
Musiker Magazin 1/2018
Musiker Magazin 2/2018
Musiker Magazin 3/2018
Musiker Magazin 4/2018 | 1/2019
Musiker Magazin 02/2017
Musiker Magazin 04/2016 – 01/2017
Musiker Magazin 3/2017
Musiker Magazin 4/2017
Musiker Magazin 04/2015 – 01/2016
Musiker Magazin 02/2016
Musiker Magazin 03/2016
Musiker Magazin 04/2016 – 01/2017
Musiker Magazin 01/2015
Musiker Magazin 02/2015
Musiker Magazin 03/2015
Musiker Magazin 04/2015 – 01/2016
Musiker Magazin 01/2014
Musiker Magazin 02/2014
Musiker Magazin 03/2014
Musiker Magazin 03/2013