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Musiker Magazin 01/2014

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Deutscher Rock & Pop Preis 2013 – Rückblick Deutscher Rock & Pop Preis 2014 – Anmeldung Tokunbo – Queen of Folk Noir Heinz Rudolf Kunze – „Stein vom Herzen“ Wattenläufer – Rockin’ all över de Dörp Judith Holofernes – Helden-Frontfrau schwingt „Ein leichtes Schwert“ Barbara Zanetti – ihre Lieder erzählen von tiefen Gefühlen und beschwinglichen Erlebnissen Christin Kieu – Deutsche Songpreisträgerin 2013 Mike Sprunkel Band – Vier Männer und ein Groove, der die Erde beben lässt Archiv der Klänge – Das Deutsche Musikarchiv GEMA-Petition – Beschlussergebnis Deutscher Bundestag Aspekte des „Samplings“ – Eine Frage des Sounds? Coverversionen

38 STORIES MIKE SPRUNKEL

38 STORIES MIKE SPRUNKEL BAND Stadtrock – vier Männer und ein Groove, der die Erde beben lässt! MM: Du blickst nun auf 40 bewegende Jahre in der Musik zurück. Mike ohne Musik also überhaupt nicht vorstellbar? MIKE SPRUNKEL: Mike ohne Musik gibt es nicht. Die Musik ist eine Konstante in meinem Leben, die mir schon ab und an mal nicht nur den richtigen Weg gezeigt, sondern bestimmt auch das Leben gerettet hat. Hierüber könnte ich ein Buch schreiben. Der treueste Begleiter in meinem Leben ist die HOPF-Jazzgitarre meines Vaters. Baujahr Mitte der 60er und meine erste Gitarre und das Instrument, auf dem ich gelernt habe. Ich spiele sie heute noch in Situationen, in denen keine andere meiner Gitarren so mit mir redet, wie sie es kann. MM: War dir das schon bewusst, als du als kleiner Junge mit der Musik angefangen hast? MS: Dass die Musik immer ein Teil von mir ist, schon, aber dass es mit der Produktion meiner ersten CD „Fundstücke“ 2005 dann solche Ent wicklungen nehmen würde, war so nicht abzusehen. Wir haben 2005 eine Welle losgetreten, die jetzt tolle Früchte trägt. 2011 haben wir die CD „Ganz’n Rotes“ produziert und wurden beim Deutschen Rock und Pop Preis mit dem zweiten Platz in der Kategorie Rhythmand-Blues-Song ausgezeichnet, und das mit deutschem Text – wir sind sehr stolz auf diese Aus zeichnung. MM: Dein letztes Projekt „Zauberland“ war eine Hommage an Rio Reiser. 15 seiner Songs von dir neu interpretiert. Wie bist du auf die Idee gekommen? MS: Wir haben 2007 eine Open-Air-Reihe „Der Liederabend“ im Mainzer Raum veranstaltet. Wir schliefen auf dem Festivalplatz, um auf die Anlage aufzupassen, und ich hatte – wie immer – eine Gitarre dabei. Irgendwann spielte ich „Juni mond“ und die Menschen um mich rum waren wie paralysiert. „Kannst du noch was von Rio?“ – Es wurde eine lange und schöne Nacht. MM: Du hattest auch dem Bruder von Rio Reiser deine Songs gezeigt. Wie findet er deine Interpretationen? Und welche Bedeu - tung hat seine Meinung für dich? MS: Gert Möbius schreibt uns, er sei mit der Art, wie wir Rios Lieder spielen und singen, mehr als einverstanden. Unsere Intention ist unter anderem, die Vorstellung, wie Rio heute sein könnte, zum Leben zu erwecken. Klavier und Gesang. Sonst nichts. Die Botschaft von Rio auf dieses Minimum reduziert wirkt tiefer und nachhaltiger als mit großem Bahnhof. MM: Neben diesem Album, auf dem ausschließlich Cover-Songs sind, schreibst und textest du deine Songs selbst. Welche Arbeit liegt dir besser? Was unterscheidet die Arbeit und die Herangehensweise? MS: Die Hommage an Rio ist eine Ausnahme und wird es sicherlich auch bleiben. Covern hat was von Schmücken mit fremden Federn zu tun und Covern geht für mich nur in der musiker MAGAZIN 1/2014

STORIES 39 Form, wie wir „Zauberland“ gemacht haben. Wir ehren den Künstler, durch unsere Art seine Lieder zu spielen. »Der kommerzielle Erfolg ist nicht unsere Haupt-Triebfeder. « Wenn ich selbst schreibe, ist der Song komplett aus meiner Seele. Jeder Song ist wie eine Entdeckungsreise, und ich weiß am Anfang nie, wo der Song endet. Ich bin kein Auftragstexter oder Auftragskomponist. Die Songs finden mich und ich nehme sie an. Manchmal ist der Song in ein paar Minuten fertig, und manche brauchen Jahre, bis sie komplett bei mir sind, und manche werden nie fertig. Die Arbeit an „Zauberland“ hingegen war eine Reise mit Landkarte – wir haben lediglich unser eigenes Transportmittel gewählt und die Reise geschwindigkeit angepasst. MM: Wie würdest du deinen Sound be schrei - ben, wenn ihr eure eigenen Songs spielt? MS: Unser Sound lebt durch Reduzierung und nicht durch Fülle. Gitarrenlinien, die sich zu Akkor den ergänzen, anstatt die Akkorde zu „schrubben“. Bass und Schlagzeug laufen wie eine Dampflok, bei der du den Rhythmus der Gleise fühlst, und die Gitarristen schwirren gerne zweistimmig um diesen Beat herum, ohne aufdringlich zu sein. Durch diese Transparenz habe ich viel Raum für den Gesang. Die Band ist super dynamisch. Sobald ich an das Mikro gehe, fährt die Band weit runter und zieht wieder voll an, wenn der Raum da ist. Der gemeinsame Soundgedanke ähnelt den Aufnahmen, die entstanden sind, als es nur Band maschinen gab. Kleine Amps, wenig Technik, der Sound kommt aus den Fingern und nicht aus der digitalen Wandlerwelt. So werden wir auch die neue CD aufnehmen. „Live on tape“ oder so könnten wir es beschreiben. Keine Over - dubs, keine Schnitte, anzählen und fertig. MM: Südstaatenbluesrock und deutsche Texte? Warum hast du dich für deutsche Texte entschieden? MS: Die Frage ist immer wieder spannend, schon gar mit dem Hintergrund, dass ich in Kanada ge boren wurde und Deutsch meine zweite Sprache ist. Die Entscheidung fiel mit meinen ersten eigenen Songs, die ich mit etwa 15 schrieb. Ich hatte damals immer zwei Texte. Deutsch und englisch. Bei den deutschen wurde die Geschichte verstanden und bei den englischen hörten viele nur auf die Musik, den Klang und nicht auf meine Story. Und die Geschich ten sind es, die gehört werden wollen. Sowohl die in den Songs als auch die in meinen Mode rationen. MM: Was ist sonst noch in den kommenden Monaten von euch zu erwarten? MS: Wir lassen uns selbst überraschen, was kommt. Ideen haben wir viele und je nach Ent - wicklung wird die eine oder andere umgesetzt. Eine kleine Tour durch die deutschen Clubs in Kanada wäre so eine Idee. Ein Tour durch Deutsch land sicherlich auch. Was wir nicht wollen, ist, uns verbiegen und irgendetwas mit Gewalt erzwingen. Der kommerzielle Erfolg ist nicht unsere Haupt-Triebfeder. Unsere Intention ist es – hier ein Zitat von einem der letzten Konzerte: „400% geballte Männlichkeit auf die Bühne zu bringen“ und den Menschen einen besonderen Abend zu schenken. Der kommerzielle Erfolg kommt, wenn er will, und wird gerne von uns angenommen – kommt er nicht, machen wir trotz dessen so weiter, denn unsere Musik und meine Ge - schichten leben auf der Bühne. WEB: WWW.MIKESPRUNKEL.DE INTERVIEW: OLE SEELENMEYER FOTOQUELLE: MIKE SPRUNKEL FOTO: © ZACARIAS DA MATA/ FOTOLIA.COM WENN DU WISSEN WILLST, WER MIT WEM ... (Songs produziert!) SONGS wanted - seit 28 Jahren die Kontaktbörse für Songplugging Neu erschienen! WHO’S WHO IN A&R IN GERMANY 2014 Bestellen Sie jetzt! www.songswanted.com Ellie Weinert · Gartenstraße 14 · 80809 München +49(0)89-157 32 50 · +49(0)89-157 50 36 ellie@songswanted.com · www.songswanted.com

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